Ungarn: Péter Magyars Partei Tisza beendet sechzehn Jahre Orbán-Regierung
Die von Péter Magyar geführte Partei Tisza gewann die Parlamentswahl in Ungarn am 12. April 2026 mit rund 53,6 % der Stimmen gegenüber 37,8 % für Fidesz, wie die Wahlkommission bekanntgab. Das Ergebnis verschafft Tisza eine Zweidrittelmehrheit im 199 Sitze umfassenden Parlament. Die Wahlbeteiligung von rund 79,5 % war die höchste je verzeichnete. Viktor Orbán räumte die Niederlage noch in derselben Nacht ein.
Während der Regierungszeit Orbáns ging ein großer Teil der privaten Medien in die Hände regierungsnaher Unternehmer über oder wurde in die Stiftung KESMA eingegliedert, und öffentlich-rechtliche Medien wurden beschuldigt, als Sprachrohr der Regierung zu agieren. Ungarn gehörte in den Pressefreiheitsranglisten ständig zu den schlechtest platzierten EU-Ländern.
Presseorganisationen forderten die neue Regierung auf, die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien und die Transparenz staatlicher Werbung im Einklang mit dem Europäischen Medienfreiheitsgesetz zu gewährleisten, ohne ein Kontrollsystem einfach durch ein anderes zu ersetzen.